Energieerzeugung

Strom aus Geothermie soll sich bis 2020 verdreifachen

Im Strommix soll Geothermie künftig einen höheren Anteil einnehmen | (Quelle: panthermedia.net/Michael Rosenwirth)

Geothermische Kraftwerke zur Stromerzeugung sind bislang nur selten anzutreffen. Allerdings setzen immer mehr Länder auf einen Ausbau der Kapazitäten.

Die Menschheit steht vor einem globalen Energieproblem. Vor allem im Bereich der Stromerzeugung tun sich große Herausforderungen auf. Der Bedarf an Energie ist nämlich stark am Steigen. Dies gilt selbst für sehr fortschrittliche Länder wie Deutschland: Obwohl die einzelnen elektrischen Verbraucher immer sparsamer werden, steigt unser Energiebedarf, weil wir immer mehr Geräte gleichzeitig einsetzen. Das eigentliche Problem besteht jedoch darin, dass zur Stromerzeugung viel zu sehr auf die Verbrennung fossiler Energieträger gesetzt wird. Allerdings sind diese nur begrenzt verfügbar und außerdem gilt die Verbrennung als umweltschädlich.

Geothermie ist eine natürliche Energiequelle

Aufgrund dieser Umstände befinden sich Ingenieure und Wissenschaftler aus aller Welt auf der Suche nach neuen Formen der Energiegewinnung. Zugleich beschäftigt man sich immer intensiver mit Technologien, die bislang ein Nischendasein führten. Dies gilt besonders für die Geothermie, die ein enorm großes Potential bietet. Die Funktionsweise ist vergleichsweise simpel: Unser Planet ist im Innern kochend heiß – und an einigen Orten kann diese Energie entweichen. Geothermische Kraftwerke erlauben es, diese Hitze in elektrische Energie umzuwandeln und somit zahlreiche Haushalte mit Strom zu versorgen. Weil die Energiequelle natürlich ist, entstehen keine schädlichen Emissionen.

Geothermische Kraftwerke lohnen sich nicht überall

Leider ist Deutschland nicht gerade für die Errichtung und Nutzung entsprechender Kraftwerke prädestiniert. Ein Land, das bessere Möglichkeiten bietet, ist beispielsweise Island. Das Land ist für seine zahlreichen Geysire bekannt, die regelrechtes Naturschauspiel sind. Bereits seit Jahren betreibt man auf Island kleinere geothermische Kraftwerke, mit denen Strom erzeugt wird. Aber auch in Ländern wie Chile, Russland oder der Türkei nutzt man bereits die Geothermie zur Stromerzeugung.

Die Nutzung der Geothermie wird sich vervielfachen

Siemens ist ein Konzern, der sich unter anderem darauf versteht, Kraftwerke und damit in Verbindung stehende Technologien zu entwickeln. Auch Turbinen für geothermische Kraftwerke werden von Siemens entwickelt. Das neueste Modell ist die SST-400 GEO Turbine, die als besonders belastbar und leistungsstark gilt. Für Siemens dürfte dieses Segment äußerst attraktiv sein. Laut einer Studie von IHS Energie Research soll sich die installierte Leistung von Geothermie-Kraftwerken weltweit bis zum Jahr 2020 auf ca. 61 GW verdreifachen.