Medikamente
Ärzte verordnen nach wie vor viele Medikamente
Das Arzneimittel-Spargesetz hat den Kassen zwar geholfen, ihre Kosten zu senken. Doch bei der Menge der verordneten Medikamente hat sicht nichts geändert.
Um das Gesundheitssystem in Deutschland ist es nicht allzu gut bestellt. Prinzipiell verspricht es den Bürgern zwar eine erstklassige medizinische Versorgung, allerdings lastet auf dem System ein immens hoher Druck. Den einzelnen Bürger scheint dies zwar nur bedingt zu stören, aber die Krankenkassen und Krankenversicherer bekommen dies umso mehr zu spüren. Dies ist auch der Grund für die immer häufiger durchgeführten Beitragserhöhungen. Auf diese Weise versuchen die Kassen und Versicherer dem Kostendruck entgegenzuwirken.
Die hohen Kosten im deutschen Gesundheitssystem sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Hierzu zählen zum einen die Arztbesuche, deren Häufigkeit unter anderem durch Einführung der Praxisgebühr etwas gesenkt werden konnte. Doch noch viel höhere Kosten verursacht die Übernahme von Medikamentenkosten. Bei kleineren Erkrankungen ist es zwar häufig so, dass die Patienten ihre Arznei ohnehin selbst bezahlen müssen, doch bei speziellen Medikamenten tragen vor allem die Kassen den Löwenanteil der Kosten.
Die höheren Arzneimittelrabatte wirken
Zur Entlastung der Krankenkassen hatte die Regierung das Arzneimittel-Spargesetz verabschiedet. Das Gesetz erlaubt es den Kassen, höhere Rabatte zu nutzen und dadurch die Ausgaben für Arzneikosten zu senken. Wie die Techniker Krankenkasse mit Verweis auf ihren Spitzenverband mitteilt, hat diese Maßnahme gefruchtet.
Die Rabatte, welche den Krankenkassen eingeräumt werden, sind spürbar gestiegen. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 konnten die Krankenkassen Rabatte in Höhe von insgesamt 2,6 Milliarden Euro nutzen, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 600 Mio. Euro entspricht.
Kein Rückgang bei den Medikamentenverordnungen
Was die Aktivität der Ärzte betrifft, so wurden in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres Medikamente im Wert von mehr als 25 Mrd. Euro verordnet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies keiner Veränderung. Im Bundesdurchschnitt kommt ein Versicherter auf 7 Arzneimittelpackungen, die sich auf einen Wert von 362 belaufen. Bei den Verschreibungsdosierungen kam es sogar zu einem Anstieg. Für die ersten drei Quartale erhielten die Versicherten ihre Arznei für 11 zusätzliche Tage gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Im Übrigen verschreiben die Ärzte unterschiedlich intensiv. Je nach Region gibt es deutliche Unterschiede. Während die Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern auf Medikamente im Wert von 457 Euro je Versichertem kommen, liegen die Ärzte in Westfalen-Lippe bei 327 Euro je Versichertem.


